Wir ziehen um!

Ab 01.10.2018
finden Sie uns hier:

Erkelenzdamm 59/61
Portal 1, 3.OG
10999 Berlin

<>

Filter

Interdisziplinärer Realisierungswettbewerb mit städtebaulichem Ideenteil, Markt Oberstdorf, 2016
"Mobilitätszentrum Busbahnhof" Markt Oberstdorf

 

mit VIC Brücken- und Ingenieurbau GmbH, Potsdam

 

2016

 

Entwurf

Architektonisches Konzept:
Ausgangspunkt der gestalterischen Überlegungen bildet die Schaffung eines assoziativen Ortes, der die Funktionserfüllung nicht negiert, aber in seiner gestalterischen Ausformung nicht durch sie dominiert wird. Die vorherrschend rein funktionalen städtebaulichen Räume um den Bahnhof herum sollen durch kein weiteres Funktionsbauwerk ergänzt werden. Busbahnhöfe, wie auch Bahnhofsumgebungen leiden auch daran, dass sie wenig emotionale Räume, wie z. B. Grünflächen oder Architekturen anbieten.

Die Überdachung des Busbahnhofs Oberstdorf wird als solitäres Objekt im städtischen Raum stehen und von vielen Punkten des Ortes sichtbar sein. Folglich wird ihr eine ortsprägende Funktion zukommen. Ihre skulpturale Form wird auch den Busbahnhof Oberstdorf repräsentieren und mit ihm verbunden werden. Die geplante Verkehrsorganisation des Busbahnhofs umschreibt im Grundriss eine Dreiecksform, die die Überdachung aufnimmt, jedoch in ihrer Gestaltung und Höhenentwicklung spielerisch auflöst. Es entsteht ein markantes Objekt, welches gleichsam im Einklang mit der Natur in bemerkenswerter Analogie lebt. Grundlegende Idee ist, dieser Form ein Pendant zu geben und die Anlage städtebaulich einzubinden. Die städtebauliche Konzeption sieht hierfür einen grünplatz mit einem Hain vor, der zusammen mit der Überdachung ein Ensemble aus Natur und Konstruktion bildet. Dieser Hain besteht aus unterschiedlich großen einheimischen Berg-Ahornbäumen unter denen ein Tennenplatz zum Verweilen, Boulespielen oder auch für die Durchführung von einen kleinem Markt einlädt. Die vorgeschlagene Überdachung nimmt den Hain als Formidee auf und steht selbstbewusst und einfühlsam in Analogie zur Natur. Die große Überdachung wird in einzelne Baumschirme aufgelöst, die in drei unterschiedlichen Durchmessern und Höhen einen zusammenhängenden Schutz bieten.

Dieser Ansatz führt zu einer einzigartigen Lösung, die in ihrer ausdifferenzierten Form ein wohltuendes in den städtischen Kontext eingepasstes Objekt darstellt. Es nimmt der erforderlichen großen Überdachung die Wucht und bringt ein überraschendes, spielerisches Element in die Umgebung des Bahnhofs von Oberstdorf. Die Gestalt und Materialität der Schirme nimmt Konstruktionsprinzipien der Bäume (eingespannte Stützen mit Kragarmen) und Blätterdach (transluzente Hülle) auf.

Die geometrische Anordnung der Baumschirme lässt viel Sonnenlicht auf die Bahnsteige fallen. Die gewählte Hülle aus Glasfasermembran ermöglicht einen Lichtdurchlass von mindestens 40%. Beide Maßnahmen zusammen gewährleisten, dass eine angenehme Tagesausleuchtung herrscht. In der Nacht können die Baumschirme mit LED-Beleuchtung effektvoll in Szene gesetzt werden und lassen einen stimmungsvollen Ort entstehen.

In ihrer Silhouette erscheinen die Baumschirme gegenläufig gekrümmt und unterstreichen die gewünschte Dynamik der Überdachung, die Emotionalität weckt und darüber hinaus eine hohe Identifikation mit dem Ort und Aufenthaltsqualität schafft.

 

Konstruktion und Tragwerk:
Das Dach wird als Raumfachwerk aus Stahl hergestellt. Haupttragglieder sind radial verlaufende Kragträger die an einem inneren Druckring angeschlossen sind. Dieser wird über 5 Stahlträger mit der mittigen Rundstütze verbunden, die in ein Einzelfundament eingespannt wird. Ein äußerer Druckring fasst die Kragträger des Schirms zusammen. Die Hülle wird in zwei Ebenen geführt, eine obere als wasserführende und Schutz der Konstruktion dienende, eine untere als Abschluss der Form. Die Dachentwässerung erfolgt unsichtbar nach innen über einen mittig der schirme befindlichen Einlauf. An geeigneten Punkten wird innerhalb der Konstruktion die Entwässerung als Druckentwässerung innerhalb der Stütze geführt.